Trainer C-Lehrgang 

Eine Woche Trainer-C-Lehrgang in Neustadt an der Weinstraße liegt hinter uns (Ben S. und Lisa I.).

Eine Woche voller Theorie, Praxis, Lehrproben, Präsentationen, Luftanhalten und der Erkenntnis, dass Trainer sein doch etwas mehr bedeutet, als anderen beim Tauchen einfach zu sagen, was sie tun sollen.

Für uns begann der Lehrgang allerdings meist deutlich früher als für den Rest der Gruppe. Während andere vermutlich noch die Snooze-Taste ihres Weckers bearbeiteten, trafen wir uns fast jeden Morgen bereits um 6:15 Uhr zum Frühsport. Vom kleinen Spaziergang bis zur Wanderung auf den Nollenkopf war alles dabei. Ob wir dadurch besonders fit in den Unterricht gestartet sind oder einfach nur besonders früh müde waren, konnten wir am Ende der Woche nicht abschließend klären.

Gemeinsam mit sieben weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Verbänden ging es dann in eine intensive Lehrgangswoche. Mit insgesamt sieben Frauen und zwei Männern war die Gruppe dabei offenbar auch statistisch etwas Besonderes – so viel Frauenpower hatte es laut Lehrgangsleitung beim Trainer C wohl bisher noch nicht gegeben.

Die ersten Tage standen zunächst ganz im Zeichen der Theorie. DTG-Ausbildung, Unfallvermeidung, ABC-Ausrüstung und Apnoe sorgten dafür, dass unsere Köpfe ordentlich gefüllt wurden. Spätestens als die ersten Lehrproben vorbereitet werden mussten, wurde uns klar, dass die Abende in dieser Woche vermutlich nicht ausschließlich der Erholung dienen würden.

Zum Glück ging es ab dem dritten Tag endlich ins Wasser. Dort konnten wir zeigen, was wir mit ABC-Ausrüstung alles können – und vor allem lernen, wie wir das später anderen sinnvoll beibringen. Es wurde geschwommen, geschnorchelt, gestreckt und die Luft angehalten. Beim Zeittauchen schafften einige sogar die Drei-Minuten-Marke. Unser persönliches Highlight war allerdings vermutlich die Schwimmbadrutsche. Nach längerem Bitten wurde sie endlich für uns freigegeben und selbstverständlich musste wissenschaftlich überprüft werden, ob eine Rutschpartie im Neoprenanzug funktioniert. Spoiler: Sie funktioniert.

Später ging es dann auch mit vollständigem Tauchgerät ins Wasser. Maske ausblasen, Tarieren, Atemreglerwechsel, Flasche zudrehen, Out-of-Gas-Situationen, Boje setzen und Rettungsübungen – eigentlich alles Dinge, die wir schon kannten. Der kleine Unterschied: Jetzt sollten wir sie nicht nur selbst beherrschen, sondern auch anderen erklären, vormachen, beobachten und korrigieren.

Und genau da kam vermutlich eine der wichtigsten Erkenntnisse der Woche: Nur weil man selbst weiß, wie etwas funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass man es auch auf Anhieb gut erklären kann. Spätestens bei den ersten eigenen Lehrproben wurde aus einem einfachen „Mach mal die Maske leer“ eine kleine pädagogische Herausforderung.

Neben dem Wasserprogramm beschäftigten wir uns außerdem mit Tauchmedizin, Beatmung, Rettungsfähigkeit, Physik, Wettkampfsport, Doping und Ausrüstung. Besonders im Gedächtnis bleiben werden uns vermutlich die Tanzeinlagen zur Erklärung von Befreiungsgriffen und eine abschließende Rettungsübung, bei der der Ausbilder ausdrücklich verlangte, mit nasser Kleidung beworfen zu werden. Wir haben gelernt: Manche Dinge muss man vermutlich einfach selbst erlebt haben.

Die Abende waren dann eine Mischung aus Referate vorbereiten, Lehrproben ausarbeiten und versuchen, sich gegenseitig davon zu überzeugen, dass morgen bestimmt alles ganz entspannt wird. Mit einem Glas Neustädter Wein oder einem kühlen Getränk ließ sich zumindest die Vorbereitung deutlich angenehmer gestalten.

Am letzten Tag wurde es dann ernst. Die praktischen Lehrproben standen an und die Nervosität war bei uns allen deutlich spürbar. Rückblickend hatten wir uns aber vermutlich deutlich mehr Sorgen gemacht als nötig: Am Ende haben alle bestanden!

Während die Ausbilder noch mit der Auswertung beschäftigt waren, konnten wir uns bereits den wirklich wichtigen Dingen widmen – Schwimmbadpommes und einem Getränk. Anschließend gab es beim gemeinsamen Debriefing die Teilnahmebestätigungen und damit das offizielle Ende einer ziemlich intensiven Woche.

Wir sind mit vielen neuen Eindrücken, einigen neuen Ideen für unser eigenes Training und einem deutlich besseren Verständnis dafür nach Hause gefahren, was es bedeutet, Trainer zu sein. Jetzt wartet im Oktober noch die theoretische Prüfung auf uns.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Ines und die Flotten Flossen für das Vertrauen und die Unterstützung sowie an den BTC für die Möglichkeit zur Hospitation.

Und obwohl wir uns nach dieser Woche eigentlich vorgenommen hatten, erst einmal keinen Seminarraum mehr von innen sehen zu wollen, wurden tatsächlich schon die ersten Gespräche über den TL1 geführt. Offenbar hält die Erholung bei angehenden Trainern nicht besonders lange an.

Bericht: Lisa und Ben

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