
16 Taucher, ein Grill, und die ewige Suche nach Zander & Stör Oskar
Nach Wochen mit Temperaturen, bei denen selbst der Neopren ins Schwitzen kommt, war die Devise für diesen Freitag klar: Wenn draußen 30+ Grad herrschen, sucht man sich die nächstgelegenen 12°C – und die gibt’s im Hunsfels ab 20 m zuverlässig. 16 Flotte Flossen folgten diesem Ruf.
Ausbildung, Grill und Gruppenaufteilung
Ines nutzte den Nachmittag, um mit Marcel, Erik und Christian die Gruppenführung zu proben, tatkräftig unterstützt von Lisa als Hospitantin. Bert tauchte mit Harold. Meine Gruppe – Kai, Ben und ich – hatte sich eigentlich eine entspannte Fototour vorgenommen. „Eigentlich“, denn Ines hatte für mich noch eine Zusatzaufgabe parat: Gruppenführung üben, fürs anstehende DTSA**. Wer zu früh von einem entspannten Tauchgang mit reiner Kameraarbeit träumt, wird eben daran erinnert, dass die Ausbildung nie ganz Pause hat.
Parallel dazu verfolgte die Truppe mit Vito, Claudia, Stefan, Conny und Hagen ein Projekt von strategischer Wichtigkeit: Getränke auf 20 m kaltstellen. Vito hatte den Grill mitgebracht, jeder sollte etwas beisteuern – Taucher denken eben praktisch, auch beim Thema Nachversorgung.
Wie es sich gehört, wurde vor dem Einstieg sauber gebrieft: Mensch, Tauchgewässer, Durchführung, Ausrüstung. Alle tauchfähig, Hunsfels bekannt und nochmal Eckdaten genannt, Fototour und Spots geplant, Akkus geladen, Flaschendruck und Ausrüstung geprüft – Standard, aber Standard, der eben genau deshalb funktioniert.
Tauchgang 1: Die Robert, ein Umweg und viele Barsche
Nach dem Bubblecheck ging es zunächst im Flachbereich auf 5–8 m Richtung Nordost (Bild1-3). Dort empfing uns ein Schwarm kleinerer Barsche, der sich von unseren Annäherungsversuchen herzlich wenig beeindrucken ließ und uns – völlig StVO-konform – brav die Vorfahrt ließ (Bild4).
Weiter ging’s über die algenbewachsene Zufahrt Richtung Osten, mit mir als Gruppenführer – Übungssache eben. Und geübt wurde tatsächlich, denn die Abfahrt zur Segeljolle Robert habe ich zuverlässig verpasst. Spätestens am Scheinwerfer war klar: zu weit. Also die Steilwand runter auf 20 m und von dort zurück Richtung Einstieg. Zwei Minuten später stand die Robert dann doch vor uns – Kai und Ben durften fürs Gruppenfoto aufs Deck, während der bereits anwesende Taucher am Mast mit sichtlicher Geduld auf seine eigenen Buddies wartete (Bild4).
Von der Robert ging’s zurück zum Einstieg, wo wir den ersten Tauchgang beendeten. Ben zog sich ins Trockene zurück, um sich um die Verpflegung zu kümmern.
Tauchgang 2: Kaltgetränke-Bergung und Trinkhilfen-Prototypen
Kai und ich wollten noch einmal Richtung 10-m-Plattform im Südosten, in der vagen Hoffnung auf Zander oder den legendären Stör Oskar. Gefunden haben wir stattdessen – direkt unter der Einstiegsplattform – die Gruppen um Vito und Stefan, unter Connys wachsamem Auge mit zwei Dingen beschäftigt: der Bergung der kaltgestellten Getränke und dem Test von Stefans 3D-gedruckten Unterwasser-Trinkhilfen. Beides ein voller Erfolg. Die Getränke kamen kühl an der Oberfläche an, und Stefans Trinksystem erlaubt fortan kohlensäurefreien Genuss unter Wasser – von Sekt bekomme ich sowieso immer Kopfschmerzen, insofern: gute Erfindung.
Kai und ich tauchten noch bis zur 10-m-Plattform, drehten dann rechtzeitig um, um genug Luft für den Rückweg zu behalten. Im 5-m-Bereich gab’s noch eine Gruppe Barsche zu filmen, die den Grund und die Vegetation durchsuchten – auf Englisch übrigens „Grouper“, was ja irgendwie Sinn ergibt – sieht man wirklich selten allein. Ein Exemplar posierte sogar bereitwillig direkt vor der Kamera: Was guckst du?
Den Sicherheitsstopp hatten wir bereits auf dem Rückweg in 5 m erledigt, dann ging’s zurück zum Einstieg.
Nach dem Tauchgang: Würstchen, Diskussionen und ein Video, das wir nie sehen werden
Oben wartete bereits die verdiente Belohnung: Würstchen und kalte Getränke, dazu angeregte Diskussionen über die neuesten technischen Errungenschaften zur Unterwasser-Flüssigkeitsversorgung. Vito erklärte interessierten Zuhörern, wie man den Back-Kick in Trockenübungen trainiert – das Lehrvideo, das seine Frau dabei extra für Schulungszwecke von ihm in Bauchlage auf der Couch gedreht hat, wollte er uns allerdings partout nicht zeigen. Manche Geheimnisse bleiben eben in der Familie.
Fazit
Ein entspannter, erfolgreicher Tauchgang mit bestandener Zusatzübung, erfolgreich getesteten Trinkhilfen-Prototypen, gutem Essen und viel Spaß in großer Runde. Nur Zander und Stör Oskar haben sich weiterhin nicht blicken lassen – aber dafür gibt’s ja einen guten Grund, wiederzukommen. Und von Juni bis September ist ohnehin jeder Freitag ein guter Freitag.
Bericht: Dominic, der inzwischen frisch brevetierter DTSA**-Taucher ist 🙂