Westaustralien 2026

Endlich habe ich meine Tochter Katharina wieder in WA besucht und selbstverständlich haben sich viele unserer Aktivitäten auf und im Wasser abgespielt.

Begonnen habe ich meine Reise in Perth und bin von da aus Richtung Norden gefahren. Eigentlich wollte ich eigentlich wieder in Jurien Bay mit Turquoise Safaris mit Seelöwen schnorcheln, aber die Tour musste abgesagt werden, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. Das ist schade, aber wir haben es mit der Natur zu tun, die keine Rücksicht auf uns Touristen nimmt, genauso wie es keine Garantie dafür gibt, bei der Tour auch tatsächlich mit Seelöwen schnorcheln zu können. Wenn diese keine Lust auf Touristen haben und nicht erscheinen, dann ist das eben so. Es sind wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und nicht im Zoo. Ich verweise deshalb auf meinen Bericht von vor zwei Jahren und freue mich auf meinen nächsten Besuch.

Danach ging es weiter nach Shark Bay. Dort gab es viele unterschiedliche Aktivitäten. Zunächst starteten wir noch ganz trocken (also wir blieben dabei trocken) mit einer Wildlife Tour von Monkey Mia aus. Wir machten den „Morning Monkey Mia Marina Life Cruise“ mit dem Katamaran „Aristocat2“ und konnten dort Delfine, Dugongs und sogar einen Tigerhai beobachten. Leider kamen sie nicht nah genug für ordentliche Handyfotos. Der Wind war übrigens ziemlich frisch, da war ich froh um meine winddichte Jacke.

Am nächsten Tag durfte ich Katharina bei ihrer Arbeit begleiten und mit Island Life Adventures nach Dirk Hartog Island fahren. Wir setzten mit dem Boot über und nach einer netten Begrüßung an der Insel Bar, wurden wir auf die Geländewagen verteilt und fuhren verschiedene Aussichtspunkte auf der Insel an, wo wir Sanddünen, Blow Holes, also Meerwasser-Geysire, und wunderschöne Buchten sahen und viele junge Haie beobachten konnten. Nach einem leckeren Mittagessen gab es dann zuerst ein gin tasting (es gibt spezielle Insel- Gins, die aus lauter Zutaten von der Insel destilliert werden) und dann die Möglichkeit, schwimmen zu gehen, mit dem Kajak oder den Standup Paddle Board die Bucht zu erkunden oder einfach zu chillen. Die Tagesgäste fuhren nachmittags mit dem Boot zurück, wir übernachteten auf der Insel und hatten so noch einen zweiten Tag, an dem wir mit dem Geländewagen noch mehr von der Insel entdeckten.

Aber dann wurde es Zeit für Aktivitäten im Wasser. Am nächsten Tag fuhren wir von Denham aus mit Shark Bay Eco Tours raus zum Schnorcheln. Das war eine mehr oder weniger geführte Tour wieder an der Küste von Dirk Hartog Island. Das Erste, was wir im Wasser sahen, war eine kleine Seeschlange, dann direkt einen Adlerrochen und danach eine Schildkröte; außerdem einen großen Kalmar und einen Federschwanz-Stechrochen (cowtail stingray), natürlich jede Menge kleinere Fische und am Ende noch eine Gitarrenrochen. Es war ein klasse Tag und das Meer war freundlicherweise sehr glatt (das ist in der Regel nur Ende April/Mai der Fall, sonst ist er meistens ziemlich windig), was mir sehr zugute kam.,

Am nächsten Tag fuhren wir zum Tauchen raus, wieder mit Shark Bay Eco Tours. Bei Tauchgängen in Australien ist normalerweise das Tauchequipment inkludiert und hier es war auch in Ordnung. Allerdings habe ich immer meine eigene Maske, Schnorchel und Tauchcomputer dabei und, weil ich da schon schlechte Erfahrungen gemacht habe (ich habe eben keine Standartmaße), auch meinen eigenen Neopren. Was man nicht unbedingt erwarten kann, ist richtig klares Wasser, aber das kann auch am Zyklon Narelle liegen, der die Küste kurz vorher heimgesucht hatte. Der erste Tauchplatz „Amphietheatre“ war klein und überschaubar, aber voller Fische und wir konnten einen Oktopus beobachten. Der zweite Tauchplatz war schon was Besonderes. Wir tauchten am „Surf Point“, das liegt im Durchgang zwischen dem Festland und Dirk Hartog Island und das war vor allem für die vielen Anfänger auf dem Boot schon herausfordernd, denn da ist es richtig wellig und das bis auf den Boden bei ca. 18 m. Während die Anfänger heftig gegen die Wellen ankämpften, ließen wir uns von den Wellen tragen und wunderbarerweise habe ich das auch gut vertragen. Wo Strömung ist, ist natürlich viel los und so sahen wir Unmengen von Fischen, große Schwärme und auch wieder eine Seeschlange.

Direkt oberhalb von Denham liegt der Francois Perron National Park. Wer dort unterwegs sein will, braucht unbedingt einen Allradantrieb und muss am Eingang des Parks den Druck auf den Reifen ungefähr halbieren und auf dem Rückweg selbstverständlich wieder erhöhen, aber dafür gibt es natürlich die entsprechende Anlage. Der Weg durch den Park ist stellenweise auch für einen Anfänger wie mich befahrbar, aber es gibt Abschnitte, da sollte man schon wissen, wie man mit einem Allradantrieb umgeht. War aber kein Problem, ich hatte ja meine Tochter dabei. Es war ein Tag voller toller Eindrücke.

Richtung Norden machten wir auf Bullara Station halt. Das ist eigentlich eine Rinderfarm, die sich aber inzwischen auf Gäste verlegt hat. Es gibt dort einen schönen, wenn auch sandigen Campingplatz. Die sanitären Anlagen sind besonders, vor allem die Duschen. Und es gibt Events wie die Burger Night. Wir hatten Bullara Station schon im Vorfeld gebucht und dann kam der Zyklon Narelle und hat das ganze Areal fast einen Meter unter Wasser gesetzt und wir wussten nicht, wann sie wieder öffnen würden, aber wir hatten Glück und waren am Eröffnungsabend bei der ersten Burger Night nach dem Zyklon dabei.

Von da aus fuhren wir nach Exmouth. Natürlich waren wir da auch auf und im Wasser aktiv. Es gibt im Cape Range National Park jede Menge wunderschöner Buchten, in denen man in türkisfarbenem Wasser wunderschön schnorcheln kann. Man sieht dort außer Rifffischen auch Schildkröten, Rochen und wenn man Glück hat, auch mal einen Riffhai.

Tauchen waren wir natürlich auch, nämlich mit Dive Ningaloo und das war nicht unbedingt empfehlenswert. Sie werben mit 20 Jahren Erfahrung im Tauchgeschäft und man hat den Eindruck, dass das Equipment diese Zeiten auch schon miterlebt hat. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Tauchbasis war lange, dass nur sie die Tauchgänge an der Navi Pier (soll einer der 10 Top-Tauchspots der Welt sein) durchführen durfte (damit wird im Internet immer noch geworben), aber das ist Geschichte. Nach einem Zyklon (diesmal nicht Narelle, war schon vorher) wurde da einiges zerstört und da der Tauchspot sich auf einer Militärbasis der Amis befindet, wurde der nie wieder geöffnet und man munkelt, dass er dauerhaft geschlossen bleiben soll.

Wir sind also mit Dive Ningaloo rausgefahren und das erste war, dass die Sitze beim Rausfahren schon nass waren. Das ist unüblich und unangenehm, weil man da normalerweise noch in den normalen Klamotten ist und direkt einen nassen Hosenboden hat. Dann haben wir das Tauchgerät zusammengeschraubt und bei Katharina war das Jacket defekt (kann schon mal passieren) und ich habe mir an der scharkantigen 1. Stufe in die Hände geschnitten (das allerdings nicht); mein Nachbar auch, aber noch viel schlimmer als ich. Und dann habe ich den Atemregler getestet und das war die übelste Luft, die ich je geatmet habe. Ich habe das direkt angemahnt und man konnte sich das nicht erklären. Ich nach dem ersten Tauchgang schon: Die haben allen Ernstes die Flaschen während der Fahrt gefüllt und dabei die Abgase der Motoren eingezogen. Ich habe sie darauf hingewiesen, aber ob sich deswegen was ändert bezweifle ich. Die Tauchgänge waren ok und der Staff auf dem Boot echt nett, aber beim nächsten Mal probiere ich doch lieber einen anderen Anbieter aus.

Höhepunkt war aber das Schnorcheln mit Walhaien. Wir sind mit Three Islands Whale Shark Tours rausgefahren und es war wieder das Geld wert. Das Boot ist sauber aufgeräumt und geräumig, Schnorchelsachen einschließlich Lycra-Anzug sind im Preis mit drin, das Essen ist sehr lecker (Essen gab es auf den Tauchbooten übrigens auch). Man fährt zunächst an einen Schnorchelspot (ich schätze, dort machen sich die Guides ein Bild davon, wer nachher besondere Betreuung braucht) und dann wartet man auf die Walhaie. Die Wartezeit wird für ein unterhaltsames und gründliches Briefing genutzt. Währenddessen werden die Walhaie von sogenannten spotter planes gesucht, die dann die Position und Schwimmrichtung an die Boote melden. Was dann folgt, erinnert an eine militärische Operation: Die erste Gruppe der bestens gebrieften Gäste werden zum richtigen Zeitpunkt ins Wasser geschickt und dürfen eine Weile mit dem Walhai schnorcheln, bevor sie wieder zurückgepfiffen werden und die zweite Gruppe dran ist. Das Ganze wiederholt sich dann etliche Male, aber immer nur kurz und mit Abstand, damit der Walhai nicht allzu sehr gestresst wird, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass die Tiere sich durch Schnorchler stressen lassen und wenn doch, tauchen sie einfach ab. Klingt nicht nach Spaß? Ist es aber. Es ist total aufregend, mit einem so majestätischen Tier zu schnorcheln und ein beeindruckendes Erlebnis. Und ja, es ist teuer, aber definitv sein Geld wert!

Überhaupt ist Australien kein billiges Reiseland. Auch tauchen in Australien ist teuer, einen Tauchurlaub kann man sich (also ich) da nicht leisten, aber es ist interessant, immer wieder neue Tauchspots auszuprobieren. Ich plane in einem Urlaub immer zwei bis drei Tauchtage ein – mehr nicht, das sprengt das Budget. Überhaupt sind sowieso alle Touren teuer, die Preise hauen einen erst mal um. Aber man muss auch bedenken, dass der Euro-Preis knapp zwei Drittel des Dollar-Preises beträgt und dann sieht der Preis schon etwas freundlicher aus. Meine Banking-App zeigt den Betrag in Euronen bei jeder Kartenzahlung an, was echt gut für die Psyche ist. Noch eine Info zur Kartenzahlung: Man kann eigentlich überall mit Kreditkarte zahlen, aber es wird dann 1% auf den Preis draufgeschlagen. Mich hat das nur an den ersten Tagen gestört, danach habe ich mich daran gewöhnt und den Geldbeutel zuhause gelassen. Handy genügt.

Wer noch Equipment braucht: Bei Adreno in Perth (ist mit Öffis gut zu erreichen), gibt’s eine große Auswahl und man findet dort auch Schnäppchen. Ich habe für einen 3/2mm-Neopren (Marke „Adrenalin“) dort 100 AUS bezahlt, das waren mal grade 62 Euros. Was es dort auch gibt, sind Lycra-Anzüge (lycra stinger suits,). Die kann man unter dem Neopren verwenden (der rutscht beim Anziehen dann besser) oder einfach zum Schnorcheln. Da hilft er gegen Quallen und auch gegen Sonnenbrand. Und man fällt da auch nicht mit auf, die tragen viele beim Baden und Schnorcheln.

Noch eine Info, die einen erst mal verblüfft: Die beste Reisezeit für den Norden von WA ist der australische Winter, also frühestens ab März, besser später. Erst dann kann man Walhaie und Buckelwale beobachten, weil die dann auf ihren Wanderungen die Küste entlangschwimmen. Bis Mitte Mai sind die Temperaturen immer noch ganz sommerlich, danach wird es dann Herbst. Ich war bis Anfang Mai da, für die Buckelwale war es immer noch zu früh.

Bericht: Conny
Bilder: Katharina und Conny

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