
Bekanntes Tauchgebiet – neue Tauchbasis
Nachdem 2025 unsere Tauchbasis Lykia Diving dichtgemacht hat, (Volkan macht mit der „Lykia Likya“ jetzt Tagesausfahrten nach Kekova) wollte ich jetzt eine Alternative ausprobieren.
Die heißt Kas Diving und wird geleitet von Levent, den ich in Kas bereits kennengelernt hatte und der, was den Kontakt sehr erleichtert, lange in Deutschland gelebt hat und demzufolge fließend deutsch spricht.
Die Tauchbasis:
Das Büro ist vom Hafen aus zu erreichen; es liegt fast gegenüber von dem Terminal der Fähre nach Meis. Einen zweiten Weg gibt es von oben durch das Restaurant „Biiisst Coffee“. Den Papierkram und die Organisation macht Kaan, der auch sehr gut deutsch spricht und schreibt. Mit ihm kann man alles klären. Wie auch bei Lykia Diving kann man über die Tauchbasis eigentlich alles organisieren außer den Flügen, also Hotel, Transfer von und zum Flughafen und die Tauchgänge. Dort meldet man sich dann auch an und füllt die üblichen Papiere aus und kriegt die notwendigen Informationen. Man kann dort auch alles, was über die Tauchbasis gebucht wurde, bezahlen, in Bar und wahlweise in Euros oder in Türkischen Liras. (Mache ich immer gleich beim Anmelden, dann bin ich das Bargeld los.) Was dann eventuell noch dazukommt (weitere Tauchgänge, Essen und Trinken an Bord) wird beim Auschecken bezahlt.
Der VDST macht übrigens hier regelmäßig Tauchlehrerprüfungen.
Das Boot:
Die „Abyss“ ist ein Holzboot, aber etwas älter als die „Lykia Likya“, ist ziemlich ähnlich aufgebaut, nur einen Tick kleiner und die Aufteilung ist etwas anders. Wo auf der „Lykia Likya“ die Neoprens hingen ist hier ein freier Platz, der für das Briefing genutzt wird. Die Neoprens hängen am Platz über den Flaschen. Unter dem Sitz sind beschriftete Kisten, in denen das Equipment verstaut wird. Am Heck gibt es Süßwasserduschen (links kalt, rechts warm) mit denen man sich und seinen Tauchkram entsalzen kann. Der Aufgang zu Oberdeck ist hinten. Bei schönem Wetter kann man oben in der Sonne chillen.
Die Crew:
Der Chef der Tauchbasis ist Levent, der selbst Tauchlehrer und eigentlich immer an Bord ist. Unterstützt wird er durch eine ganze Reihe von Tauchguides – meistens sind vier oder fünf von ihnen an Bord – sodass jeder, der möchte, mit Guide tauchen kann. Man kann aber auch als autonome Gruppe tauchen. An Bord ist außerdem der Kapitän des Bootes, der auch das Mittagessen kocht, das man bei den Tagesausfahrten bekommen kann – gegen einen Obolus von 12 €.
Die Tauchplätze:
Das sind die altbekannten, außer, dass sie teilweise andere Namen haben, aber Levent kennt auch die Namen, unter denen wir sie kennen. Er wird aber nicht müde zu betonen, dass er die „richtigen“ Namen verwendet, was im Prinzip auch korrekt ist, denn im Buch, in dem die Tauchplätze von Kas detailliert beschrieben sind, werden die gleichen Namen verwendet.
Der Tauchtag:
Der unterscheidet sich nicht wirklich von dem, wie wir ihn kennen. Er startet ein bisschen später, so gegen 9:30 Uhr, und endet auch etwas später, also eher gegen 15:30 Uhr.
Es reicht, wenn man zwischen 9:15 Uhr und 9:30 Uhr an Bord kommt, außer am ersten Tag, wenn man den Tauchkram an Bord bringt, dann sollte man schon um 9 Uhr dort aufschlagen. Dann wird das Geräte aufgebaut, während das Boot den ersten Tauchplatz ansteuert. Die Tauchgruppen werden schon im Vorfeld eingeteilt und auf einer Tafel notiert. Die sind so allerdings nicht in Stein gemeißelt, sondern können immer noch geändert werden. Am Tauchplatz angekommen, erfolgt das Briefing im Heck des Bootes, nicht mithilfe einer Zeichnung, sondern der Tauchplatz wird schön plastisch mithilfe von Handtüchern und Spielzeug und mit selbstgebastelten Wracks aufgebaut. Je nach der Nationalität der Tauchgäste gibt es ein Briefing in Englisch oder in Deutsch. Nach dem Briefing machen sich alle fertig und gehen Gruppe für Gruppe ins Wasser.
Nach dem Tauchgang wird die Flasche umgeschraubt und es ist Mittagspause. Dann gibt es das vorbestellte Mittagessen oder man bringt sich was zu schnabulieren mit. Im optimalen Fall kann man oben auf dem Deck die Sonne genießen, aber das Wetter war leider nicht so pralle, sodass wir die Pause über unten im Trockenen standen oder saßen. Außer am letzten Tag, da schien tatsächlich die Sonne und das richtige Tauchurlaubsfeeling kam auf 😊 Dasselbe Prozedere gilt dann für den zweiten Tauchgang und dann geht’s wieder zurück nach Kas.
Was ist anders?
Fazit:
Ich kann nur von mir sprechen: Ich habe meinen allerersten Tauchurlaub überhaupt in Kas mit Lykia Diving, damals noch auf der alten „Lykia II“ verbracht und das hat mich diesbezüglich geprägt und deshalb müssen sich alle Tauchbasen und -Boote damit messen. Die „Abyss“ ist der „Lykia Likya“ so ähnlich, dass ich mich immer wieder dabei ertappe, die beiden Boote und Tauchbasen zu vergleichen. Aber das ist Quatsch! Lykia Diving gibt es nicht mehr und ja, bei Kas Diving ist so manches anders, als ich es gewöhnt bin, aber Kas Diving ist für mich trotzdem eine gute Alternative. Wer den Tauchbetrieb auf der „Lykia Likya“ nie kennengelernt hat, wird begeistert sein und mit großem Spaß dort tauchen. Mir hat es auch großen Spaß gemacht und ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort.
Noch ein paar Infos:
Das Mittelmeer ist nicht das Rote Meer. Wer da Unmengen von bunten Fischen erwartet, wird enttäuscht sein. Es gibt Fische, mal mehr und mal weniger. Ich habe das Gefühl, dass es vor zwei Jahren wesentlich mehr Fische waren als in diesem Jahr, aber ich kann es nicht wirklich beurteilen, weil ich nur eine Woche da war und längst nicht alle Tauchplätze gesehen habe. Es gibt aber immer was zu entdecken: unterschiedliche Arten von Zackenbarschen, Schwärme von Mönchsfischen, Drückerfische, Rotfeuerfische, Kalmare, Seesterne, Schwärme von kleinen Ährenfischen, manchmal Schildkröten oder mal ein Seepferdchen, etc. und es gibt schöne Formationen (der Canyon, diverse Steilwände…) und Wracks (das Polizeiboot; der Baumwollfrachter, die Altug, die Dakota, der Panzer…) zu betauchen. Mir wird es da nie langweilig.
Ich war Anfang Oktober da. Die Wassertemperaturen bewegten sich zwischen 26°C und 27°C und ein 3mm Neopren mit einem dünnen Unterzieher fand ich durchaus ausreichend. Da wir vom Boot aus gestartet sind, reichen Schwimmbadflossen aus, aber die meisten nutzen trotzdem Geräteflossen.
Bericht und Bilder: Conny