Kreta 2022

Ich war schon oft auf Kreta, aber dort getaucht war ich bis jetzt noch nie.

Gewohnt haben wir im Süden von Kreta in dem ehemaligen Fischerdorf Agia Galini, das ist übrigens der Ort von dem aus Dädalus und Ikarus damals von Kreta geflohen sein sollen, mit einem leider tödlichem Ausgang für Ikarus, der der Sonne zu nah kam. Damit mir das nicht passieren kann, bin ich sicherheitshalber abgetaucht..

Ich bin mit zwei verschiedenen Tauchbasen getaucht, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Die erste Tauchbasis MareSud Diving Center in Kokkinos Pirgos (die mobile Website ist leider nur auf griechisch, auf dem Computer oder Tablet kann man auch auf Englisch umstellen) ist eine griechische Tauchbasis. Das mit dem Kontakt war etwas schwierig. Am besten ist es tatsächlich direkt dort anzurufen, alle sprechen dort englisch. Wenn man kein eigenes Auto hat, bekommt man einen kostenlosen Transfer, Basen-Chef Nikos hat mich persönlich am Hotel eingesammelt.

Nikos Boot ist kein ausgesprochenes Tauchboot, es ist das alte Fischerboot seines Vaters, das er für Tauch-, Schnorchel und Badeausflüge nutzt. Das Publikum ist dementsprechend auch gemischt, zumindest wenn die Inselgruppe Nisi Paximadia, malerisch etwa 12 km vor Agia Galini gelegen, angefahren wird. Das Equipment wird ins Heck des Bootes geladen, wo man sich dann auch aufrödelt. Es ist ein schönes Holzboot mit genügend Platz für alle.

Ich musste mir nur ein Jacket und natürlich Flasche und Gewichte ausleihen. Wenn ich nicht weiß, wie das Material vor Ort ist und auch jetzt in Zeiten von Corona, nehme ich meinen eigenen Atemregler mit. Das Material in der Tauchbasis machte aber einen guten Eindruck.

Beim ersten Tauchgang tauchte ich mit der Gruppe von Nikos. Nach dem Anrödeln sprangen wir seitlich von der Bordwand und mussten uns an einem Seil festhalten, weil an der Oberfläche eine kräftige Strömung herrschte. Deshalb schleppte uns das Boot erst noch ein Stückchen weiter, damit wir nicht so lange gegen die Strömung anpaddeln mussten. Unter Wasser war die Strömung schwächer, aber es war trotzdem ganz schön anstrengend. Als wir um die Ecke gebogen waren, konnten wir dann mit der Strömung ganz entspannt weitertauchen, bis wir in einer geschützten Bucht beim Boot wieder rauskamen. Nun war ich was Fische im griechischen Mittelmeer angeht nicht sehr optimistisch, aber ich traf alle Bekannten wieder, die ich bereits aus Kas kannte. Insgesamt waren es nicht so viele Fische, aber viele unterschiedliche Arten und langweilig wurde es nicht. Die Mönchsfische haben mich an die Flussbarsche in unseren Seen erinnert. Die sind genauso neugierig auf mich zu geschwommen und haben mich beäugt. Neu für mich war eine noch zu identifizierende Krabbenart, die es hier sehr häufig gibt. Die waren aber leider viel zu schnell für mich. Bis ich die Kamera scharf hatte, waren die längst zwischen den Steinen verschwunden.

Der zweite Tauchgang war mit Iason (Jason genannt), dem zweiten Tauchlehrer der Basis. Wir waren ganz gechillt unterwegs und tauchten zwischen großen Felsen und Steinen im Durchgang zwischen den beiden Paximadia-Inseln. Dort findet man zwischen den Felsen immer mal ein Tritonshorn und Oktopusse. Auf dem Rückweg gab es frische, kalte Wassermelone – lecker!

Zwei Tage später war ich bei der Tauchbasis Dive2gether in Plakias. Die steht unter holländischer Leitung und ist strikt durchorganisiert. Umgangssprache ist überwiegend Holländisch und Englisch, aber viele sprechen auch Deutsch oder Französisch. Bei der Anmeldung (geht digital über einen QR-Code, den man vor Ort einscannen kann) wird alles abgefragt (in der eigenen Sprache, also in meinem Falle Deutsch) bis hin zu einer gesundheitlichen Selbsterklärung, der Passnummer und einem Notfallkontakt.
Taucher, die zum erstem Mal an dieser Basis tauchen, werden am ersten Tag normalerweise dem Strandtauchgang zugeteilt, um erst mal zu schauen, was sie draufhaben, aber aufgrund meiner Brevetierung und meines Logbuchs durfte ich dann gleich mit auf’s Boot.
Weil wir eine Stunde Anreise hatten, waren wir überpünktlich da und konnten noch das morgendliche Meeting verfolgen. Die Einteilung wer mit wem taucht, wird bereits am Tag davor gemacht und die Guides haben sich schon im Vorfeld über ihre Mittaucher informiert und stellen diese beim Meeting kurz vor.
Bei der Vorbereitung (Materialausgabe, was kommt wohin für den Transport) wird man dann von seinem Guide betreut. Alles Gerät einschließlich Blei und Flaschen werden in der Basis in einen Hänger geladen und in den Hafen gefahren (das Material wirkt nagelneu, eigentlich haben die alles von Mares, man taucht bleiintegriert). Die Taucher sind bereits den Autos zugeteilt und der Hafen ist etwa 5 Minuten entfernt. Am Hafen packen dann alle mit an und laden das ganze Zeug auf’s Boot (alle bilden eine Kette und geben die Teile weiter, die Crew räumt das Boot ein). Wenn dann alle an Bord sind (die Schuhe müssen draußen bleiben und werden im Hänger eingeschlossen), gibt es eine kurze Einweisung, wie die Abläufe an Bord sind. Das ist nötig, denn das Boot ist relativ klein und mit 10 Tauchern und 5 Leuten vom Staff definitiv ausgereizt. Da aber alle Abläufe durchdacht sind (z. B. bekommt jeder Taucher 2 Flaschen zugeteilt, weiße Flaschen und gelbe Flaschen immer im Wechsel) funktioniert alles stressfrei.

Nachdem alle noch im Hafen ihr Gerät aufgerödelt haben, gibt es eine kurze Vorstellungsrunde und dann erst fahren sie los. Ich bekam erst mal einen kleinen Schreck, als ich sah, dass sie mit INT-Anschlüssen arbeiten, mein Atemregler hat natürlich einen DIN-Anschluss, aber es stellte sich heraus, dass die Flaschen eigentlich einen DIN-Anschluss haben und mit einem Adapter auf INT umgerüstet wurden. Der Adapter wurde rausgeschraubt und schon passte mein Atemregler. Die Tauchgänge waren entspannt, die Guides sind aufmerksam und sie kennen das Gebiet. So konnten sie immer wieder Interessantes zeigen, u. a. Muränen, Tritonshörner und Oktopusse. Ansonsten waren auch hier alle üblichen Verdächtigen vertreten, die wir auch von Kas her kennen, nur von der Anzahl her waren es viel weniger. Es wird halt überall noch gefischt, in Kas haben sie Schutzgebiete eingerichtet, das merkt man schon. Die Tauchbasis ist sehr engagiert. Es arbeiten dort mehrere Meeresbiolog:innen, die regelmäßig Fische katalogisieren und die Zahlen auch weiterleiten, damit sie von der Organisation MareMundi verwendet werden können. Außerdem beschäftigen sie sich mit Projekten, wie der Aufforstung von Seegras, das für das Klima extrem wichtig ist, da es große Mengen von CO2 bindet.

Zwischen den Tauchgängen ist Zeit zum Schwimmen und Springen. Es waren überwiegend junge Leute an Bord, die dann auch vom Dach des Bootes ins Wasser sprangen und John, der Fotograf, hat fleißig fotografiert. Dann gibt es für jeden ein belegtes Baguette. Wer Sonderwünsche (vegetarisch, vegan, Allergien) hat, gibt diese bei der Anmeldung an. Und natürlich gibt es Obst: Wasermelone und Nektarinen.

Eine gute Woche später bin ich nochmal mit Nikos getaucht. Der Wind hatte kräftig aufgefrischt, es war für die nächsten Tage recht stürmisch angesagt. Das ist in Agia Galini nichts ausergewöhnliches, da hatten wir schon öfter einige Tage heftigen Wind. Ich hatte Nikos angerufen und gefragt, ob ich am Montag nochmal mittauchen könnte. Da hatte er nichts dagegen und Ralf hat mich dann zur Tauchbasis gebracht. Dort schaute ich nach anderen Tauchern aus, konnte aber keine entdecken. Es stellt sich heraus, dass an diesem Tag ein Badeausflug nach Nisi Paximadia geplant war und Nikos hat mich einfach mitgenommen. Er hatte diesmal zwei Boote am Start und ich war diesmal auf dem kleinen Boot. Ich war also die einzige Taucherin an Bord und konnte so zwei ganz gechillte Tauchgänge mit Iason machen. Der fand das sehr angenehm, mal nicht auf eine Gruppe aufpassen zu müssen, sonder einfach mit einem Buddy zu tauchen. Die Tauchgänge waren natürlich ähnlich, wie beim letzten Mal, weil es derselbe Tauchplatz war, aber trotzdem sehr schön. Allerdings hörten wir bei beiden Tauchgängen immer wieder ein seltsames Pfeifen, das definitiv künstlichen Ursprungs war, konnten es aber nicht einordnen. Der Rückweg war ein wilder Ritt über die inzwischen aufgekommenen Wellen. Weil der größte Teil der Gruppe aus Agia Galini war, bin ich auf das große Boot umgestiegen und konnte dort im Hafen aussteigen, was sehr praktisch war.

Fazit:

Tauchen auf Kreta macht Spaß. Das Wasser ist glasklar und es gibt auch Fische zu sehen, nur leider nicht so viele, weil immer noch fleißig gefischt wird. Iason erzählte, dass sie sich schon seit Jahren bemühen, ein Schutzgebiet einzurichten, aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Sporttauchen in Griechenland erst seit 2006 erlaubt ist (man wollte damit archäologische Stätten schützen) und man in dieser relativ kurzen Zeit noch nicht wirklich festgestellt hat, dass auch mit Tauchern Geld zu verdienen ist. Ich denke aber, da wird sich noch was tun. Tauchen ist aber nicht billig. Für einen Tauchgang muss man mit mindestens 55 € rechnen, wenn man noch Material ausleiht oder eine schöne Ausfahrt dabei ist, wird es teurer. Man kann natürlich überall mit Karte zahlen, aber wenn man bar bezahlt, bekommt man oft einen Rabatt. Das gilt übrigens nicht nur bei den Tauchbasen, das ist auch in vielen anderen Läden so. Wenn man Bargeld abheben will, nutzt man am besten ATM von Banken, dann liegen die Gebühren des ATM-Betreibers bei derzeit 2,50 €. Und noch was Spezielles: Taucher müssen auf Kreta anscheinend immer ein Boje mitführen, d. h. natürlich nicht jeder Taucher, sondern nur der Guide.

Bericht und Fotos: Conny

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