Tauchurlaub Kaş /Türkei 2019

Einen Tauchurlaub in Kaş zu machen, ist für uns, wie heimkommen zu Freunden.

Einige werden jetzt fragen, wie man bei der derzeitigen politischen Lage überhaupt Urlaub in der Türkei machen kann. Die Frage ist berechtigt, aber: s. o. Wir (Annka, Martina, Urs und ich) sind Wiederholungstäter, wie die meisten, die in Kaş ihren Tauchurlaub verbringen und wir haben Kaş als kleines Paradies kennengelernt – nicht von übermäßigem Tourismus gebeutelt und überall offene und freundliche Menschen. Und abgesehen vom immer mal wieder zu hörenden Muezzin eigentlich eher wie eine westliche Stadt. Man merkt immer noch, dass Kaş bis 1923 griechisch war.

Wie immer haben wir unseren Urlaub während der Herbstferien bei und über unsere Tauchbasis „Likya Diving“ gebucht, heißt, wir haben die Flüge selbst gebucht und dann Therese mitgeteilt, wann und für wie lange wir kommen und in welchem Hotel wir wohnen wollen. Sie hat die Zimmer für uns gebucht und den Transfer vom Flughafen nach Kas organisiert. Zur Info: Vom Flughafen Antalya fährt man fast vier Stunden und vom Flughafen Dalaman knapp zweieinhalb Stunden. Bei Therese bezahlt man dann auch Hotel, Transfer und die Tauchpakete und zwar bar und nach Möglichkeit in Euro. Man kann auch in Kaş Euros abheben, aber das kostet fette Gebühren. Besser ist es, das Geld mitzubringen und gleich am ersten Tag alles zu bezahlen, dann muss man sich keine Gedanken mehr über zu dicke Geldbeutel machen.

Wir kamen mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Kaş an. Am Sonntagmorgen wollten wir dann im Büro bei Therese einchecken und danach gemütlich den Nachmittagstauchgang mitmachen. Das klappte leider nicht, da das Tauchboot, die „Lykia Likya“ zu der Zeit Tagesausfahren machte und wir deshalb nachmittags keine Möglichkeit hatten, auf’s Boot zu kommen. Das hätte man besser kommunizieren können, dann wären wir morgens rechtzeitig aus dem Bett gefallen, um eben am Morgen schon mitzufahren. So ist uns ein Tauchtag durch die Lappen gegangen, aber auch den haben wir gut genutzt.

Am nächsten Tag war aber dann alles vorbereitet. Unsere Tauchsachen waren abgeholt und an Bord gebracht, die Kisten waren beschriftet und konnten von uns eingeräumt werden. Wir konnten also bequem an Bord gehen und erst mal Murat, Volkan, Oguzhan und Muzo begrüßen und lustigerweise kannte jeder von uns auch einige der anderen Taucher an Bord (-> siehe Wiederholungstäter). Das Boot selbst kannten wir ja schon, schließlich waren wir vor fünf Jahren die allerersten Gäste darauf gewesen. Und dann ging es raus zum Tauchen. Just an diesem Tag wurden die Ausfahrten wieder auf Einzelausfahrten umgestellt und weil in dieser Woche so viele Gäste an Bord waren, wurden gleich drei Ausfahrten angeboten (9 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr), damit nicht immer alle Taucher gleichzeitig an Bord waren. Als dann eine Woche später viele Taucher abgereist waren, wurden wieder Tagesfahrten angeboten und die genossen wir sehr. Einen Tauchgang machen, danach gemütlich auf dem Deck liegen, vielleicht eine Kleinigkeit essen und chillen, dann fährt das Boot irgendwann zum nächsten Tauchplatz und wir tauchen, wenn wir dazu bereit sind, wieder los. Einmal, als das Meer wirklich kabbelig war, blieben wir an unserem geschützten Ankerplatz (Üç Kaya) liegen und tauchten dort einfach eine andere Route.

Das Tauchen war herrlich! In der ersten Woche war das Wasser gleichmäßig 27°C warm, die Sprungschicht war in einem Bereich von ungefähr 30 m Tiefe und tiefer darf man in der Türkei sowieso nicht tauchen. Die Sicht war großartig, bis zu 30/40 m und Fische gab’s da auch – und nicht wenige: Schwärme von Mönchsfischen, Kanninchenfische, Goldstriemen, Flötenfische, Brassen, Sepien (oder Kalmare? Ich tue mir da immer noch schwer mit der Unterscheidung), kleine Nacktschneckchen, Feuerwürmer, Diademseeigel, Soldatenfische, Seepapageien, gelegentlich mal eine Muräne oder ein Drückerfisch, viele Zackis, viele Rotfeuerfische und immer mal wieder eine Schildkröte und natürlich noch viele mehr. Nach jedem Tauchgang ertönt eine Glocke und der Ruf „tea time“ und dann holen sich alle Taucher einen frisch aufgebrühten Chai. Selbst Nicht-Teetrinker werden da in dieser Zeit zu überzeugten Teetrinkern.

Während der Fahrt habe ich vom Boot aus auch gelegentlich Fliegende Fische gesehen. Ich habe überhaupt den Eindruck, dass mehr Fische da sind, seit in diesem Bereich nicht mehr kommerziell gefischt werden darf. Und Rotfeuerfische gibt es viele. Als ich vor drei Jahren zum letzten Mal hier war, waren sie noch was Besonderes, aber jetzt haben wir sie bei jedem Tauchgang gesehen, oft mehrere auf einmal – sie sind Einwanderer aus dem Roten Meer. Aber sie sind da in guter Gesellschaft: Auch die hellen Barben, die Kofferfische und die Soldatenfische kommen ursprünglich aus dem Roten Meer.

Es gibt jede Menge schöne Tauchplätze. Mein Favorit ist der Canyon, eine v-förmige Spalte, die in ca. 5 m Tiefe beginnt und in der man sich gut 20 m runterfallen lassen kann. Unten taucht man dann raus und kommt bei einem explodierten Wrack eines Baumwollfrachters raus. Aber auch die Dakota ist immer wieder schön. Dieses Jahr hatten wir das große Glück, ganz alleine dort zu sein. Und natürlich das Polizeitboot bei Üç Kaya. Außerdem gibt es auch noch ein paar neue Wracks, einen Panzer bei Güverçinlik und einen ausgemusterten Meis-Dampfer in der Hühnerbucht. Dort findet man immer wieder Zackis. (Meis, gesprochen Me-is, ist eine griechische Insel vor Kaş. Hat den Vorteil, dass man gelegentlich in Kaş und an günstig gelegenen Tauchplätzen das griechische Telefonnetz anzapfen kann.) Besonders viele Fische und auch mal eine Schildkröte gibt es am Camel Reef und am Flying Fish Reef. Martina hatte dort ein Zusammentreffen mit einem aufdringlichen Zacki. Praktischerweise hatten wir am Grund ein Badelaken gefunden. Martina hat damit dann Torero gespielt  😉

Nach der ersten Woche gab es am Wochenende ein heftiges Gewitter. Das tobte etwa eine gute halbe Stunde lang mit Sturm, Regen, Blitz und Donner. Wir lagen zu dem Zeitpunkt glücklicherweise gerade im Hafen. Danach kam die Sonne wieder raus und wir fuhren zum nächsten Tauchspot. Am nächsten Tag war es sehr windig und die See sehr kabbelig. Dabei wurde dann auch das Wasser durcheinandergewirbelt und die Sprungschicht krabbelte hinterhältiger Weise stellenweise auf 18 m hoch und meine Tauchcomputer hat mir hin und wieder eine Temperatur von nur 20°C angezeigt. Da war ein 3mm-Nassanzug doch sehr grenzwertig und ich war froh, noch einen Unterzieher dabei zu haben, aber Urs ist tapfer bis zum Schluss mit einem dünnen Shorty getaucht.

Kurze Zusammenfassung:
Tauchen in Kaş ist klasse und auch der Ort ist immer wieder schön. Bei „Likya Diving“ ist man bestens aufgehoben. Die Organisation übernimmt Therese und bei der wird alles dann auch bar in Euro bezahlt. Am besten fragt man bei ihr an, ob der geplante Zeitraum günstig ist. Wenn man es sich einrichten kann, sollte man die letzte Septemberwoche und die erste Oktoberwoche meiden, da ist immer am meisten los. Die Fotos auf der Homepage von „Likya Diving“ von der „Lykia Likya“ sind teilweise noch von 2014, als wir das Boot in Betrieb genommen haben. Inzwischen hat sich da noch einiges getan: Es gibt nur noch eine Tauchertreppe, deren Geländer aber wesentlich höher ist, oben auf dem Sonnendeck gibt es Sonnensegel und inzwischen gibt es 11l- Alu-Flaschen und nur noch die 15l-Flaschen sind aus Stahl. Und wenn ihr ganz genau hinschaut, werdet ihr vielleicht die Menschen auf dem Sonnendeck erkennen 😉

Bericht: Conny
Fotos: Annka, Martina und Conny

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